Bechtel Druck machts vor: So geht Automatisierung!


Ebersbach an der Fils liegt rund 30 Kilometer südöstlich von Stuttgart. Das Städtchen ist, wohl ohne es zu wissen, ein kleines Innovationszentrum der Druckindustrie. Dafür steht das Druckhaus Bechtel, eine klassische Akzidenzdruckerei, die ihre Prozesse seit längerem konsequent digitalisiert.

Der erste Schritt war die Einführung unserer Druckereimanagement-Software Keyline vor rund eineinhalb Jahren. Damit hatte die klassische Auftragstasche ausgedient – alle Prozesse laufen heute über die gesamte Wertschöpfungskette der Druckerei hinweg elektronisch kontrolliert, wie uns Geschäftsführer Wolfgang Bangert bestätigt: „Dank Keyline können wir sofort nach der Anlage des Auftrages an der Maschine loslegen, das war früher einfach nicht möglich“.

Großer Anteil von Standardaufträgen

Einen großen Anteil der Aufträge macht die Produktion stark strukturierter, standardisierter Druckererzeugnisse wie etwa Bedienungsanleitungen, Sicherheitszettel und ähnliches aus. Diesen Aufträgen liegt jeweils eine bestimmte Logik wie etwa die Produktnummer, die Falzschemanummer und mehr zugrunde.

Wolfgang Bangert ist bekennender Fan von Automatisierung und einfachen Prozessen: „Es war einfach zu verlockend für uns, die Anlage der Aufträge in Keyline zu automatisieren, um uns noch weiter von Standardaufgaben zu entlasten. Dafür musste eine individuelle Lösung her, die wir selbst erstellt haben.“

Wichtigstes Werkzeug dafür waren und sind die offenen und gut dokumentierten Schnittstellen von Keyline. Über diese API können Kunden nahezu alle Ressourcen in Keyline selbst auslesen und schreiben – das ermöglicht es beispielsweise Produkte programmatisch zu konfigurieren, Rechnungs- und Produktionsdaten auszulesen oder den Produktionsstatus abzufragen und in anderen Programme zu übertragen.

Dieses individuelle „Bechtel-System“ besteht neben Keyline auch aus einem Enfocus Switch-Workflow für die Automatisierung von Arbeitsschritten in der Druckproduktion sowie der Datenbank-Lösung Ninox.

Beispiel: Automatische Auftragsabwicklung

In einem Use Case kommen die Auftragsdaten direkt aus der beim Kunden eingesetzten SAP-Umgebung. Das System greift über die Auftragsnummer auf die für den Auftrag relevanten Spezifikationen zu – sie beinhalten alles, was für den Auftrag wichtig ist.

Die verschiedenen Komponenten arbeiten dabei eng zusammen. So kommen beispielsweise alle Daten zum Papier aus der Ninox-Datenbank, die Falzschemanummer aus Keyline.

Das Bechtel-System erstellt die Auftragsbestätigung und übergibt alle Daten samt den PDF-Daten an Enfocus Switch, das sie in den Produktionsprozess einschleust. Switch übergibt zudem die für die Produktionssteuerung relevanten Informationen an Keyline. 

Wichtig war dem Bechtel-Team, dass für Korrekturen und Änderungen ein manueller Eingriff jederzeit möglich ist.

Bechtel Druck steigerte mit diesem System die Effizienz seiner Prozesse enorm. Konnte ein Sachbearbeiter beispielsweise früher pro Tag etwa zwölf Aufträge anlegen, schafft er dieses Volumen nun in rund einer Stunde.

Von wegen Mammutprojekt

Zwar läuft die Entwicklung bereits seit mehreren Monaten, doch unterm Strich hielt sich der Aufwand für Wolfgang Bangerts Team bisher sehr in Grenzen: „Bis zum aktuellen Stand haben wir realistisch nur rund fünf Manntage aufgewendet. Die API ist so eingängig und umfassend beschrieben, dass jeder mit einer gewissen Affinität zu Datenbanken versteht, was zu tun ist.“ 

Bechtel Druck konnte das gesamte Projekt mit dem eigenen IT-Team und den eigenen Bordmitteln stemmen, ohne Unterstützung von externen Beratern und Agenturen. Und darauf sind wir mächtig stolz!